eRezept

In regionalen Pilotprojekten wird das eRezept zunächst ohne Anbindung an die Telematikinfrastruktur getestet.

eRezept: Die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick

Als eine weitere Online-Anwendung im Rahmen der TI will Gesundheitsminister Jens Spahn das eRezept vorantreiben. Dazu unterstützt die ABDA im Vorfeld verschiedene regionale Modellprojekte. Hierzu wurde von der ABDA ein geschützter eRezept Dienst der Apotheken (GERDA) entwickelt, der in den verschiedenen Pilotprojekten zum Einsatz kommen soll. Damit wird der Einsatz eines elektronischen Rezeptes bereits im Vorfeld erprobt. Die Überführung des Verfahrens in die TI soll jedoch zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls möglich sein.

Ende 2019 soll in einigen regionalen Pilotprojekten das Einlösen von eRezepten in der Praxis getestet werden.

Ein erstes Pilotprojekt stellt dabei GERDA (Geschützter eRezept Dienst der Apotheken) in Baden-Württemberg dar. Weitere Pilotprojekte sollen folgen.

Auch wenn der Druck seitens der Politik sehr groß ist – bis das eRezept flächendeckend in den Apotheken genutzt werden kann, wird noch einige Zeit vergehen.

Mit der zentralen Serverlösung will die ABDA nicht nur die einzelnen Modellvorhaben unterstützen, sondern verbindliche Standards für die Einführung des eRezepts schaffen. Neben der ABDA haben sich dazu auch der Bundesverband Deutscher Apothekensoftwarehäuser e. V. (ADAS) und der Bundesverband Deutscher Apothekenrechenzentren e. V. (VDARZ) in einem gemeinsamen  „Letter of Intent“ verpflichtet.

Zudem ist man unter anderem mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) im Dialog, um auch hier verbindliche Standards zur Einbindung der Ärzte zu schaffen. Erste Erfahrungswerte soll das telemedizinische Modellprojekt „docdirect“ der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) liefern, in dem der „Geschützte eRezept Dienst der Apotheken“ (GERDA) eine wesentliche Rolle spielt.

Als Mitglied des ADAS ist die ADG aktiv an der Umsetzung des eRezepts beteiligt und bringt ihre Expertise und langjährige Erfahrung als Apothekendienstleister in das Projekt mit ein. Darüber hinaus arbeitet die ADG daran, das eRezept in die App „deine Apotheke“ zu integrieren.

Eines vorweg: Die Hoheit über ein Rezept soll jederzeit beim Patienten liegen. Daher wird es zukünftig nicht nur einen Weg geben, wie das eRezept vom Arzt in die Apotheke kommt.

Möglichkeit 1: Speicherung auf der eGK
Die erste Möglichkeit stellt die elektronische Gesundheitskarte (eGK) dar. Dabei soll das eRezept beim Arzt einfach auf die eGK geladen und in der vom Patienten gewählten Apotheke ausgelesen werden.

Möglichkeit 2: Das Smartphone
Bei dieser Variante soll ein Patient z. B. per App auf sein eRezept zugreifen und an die Apotheke senden können.

Möglichkeit 3: Ausdruck eines QR-Codes
Für alle Patienten ohne Smartphone soll es auch zukünftig eine „Papier-Variante“ geben. Dabei druckt der Arzt das Rezept in Form eines QR-Codes aus. Das Papier kann der Patient anschließend in seiner Apotheke vorzeigen.

Wie genau die einzelnen Umsetzungen spezifiziert sein werden, steht allerdings noch nicht fest.

Die durchgängige Übertragung eines papierlosen Rezepts, das elektronisch und ohne Medienbruch vom Arzt zum Patienten, zur Apotheke und über das Rechenzentrum zur Abrechnung an die Krankenkassen gelangt, bietet einen wesentlichen Effizienzgewinn für alle Beteiligten. Der Zugriff auf eine strukturierte Datenbasis ermöglicht zudem eine verbesserte pharmazeutische Betreuung der Patienten bzw. Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS). Für den Patienten soll das eRezept vor allem Erleichterung bieten und das Einlösen von Rezepten über moderne Medien, wie etwa einer App, ermöglichen. Die uneingeschränkte Hoheit über ein Rezept bleibt dabei jederzeit beim Patienten. Das heißt, dass alleine er entscheidet, welche Apotheke sein eRezept erhält.