Das Bundeskabinett beschließt das ApoVWG – die Apothekerschaft protestiert
Am 17. Dezember 2025 hat das Bundeskabinett das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) beschlossen. Doch die Apothekerschaft bleibt alarmiert. In ihrer aktuellen Stellungnahme zur Apothekenreform 2026 stellt die ABDA unmissverständlich fest: Diese Reform widerspricht dem Koalitionsvertrag und gefährdet die Patientenversorgung.
Warum die Kritik? Die Reform bringt zwar neue Aufgaben für Apotheken (pharmazeutische Dienstleistungen, erweiterte Impfrechte, Notfallversorgung), versäumt aber die dringend notwendige wirtschaftliche Stabilisierung der Branche. Das Ergebnis: Weitere Apothekenschließungen drohen.
Das Kernproblem: Keine wirtschaftliche Stabilisierung trotz Koalitionsvertrag
Der größte Kritikpunkt der ABDA: Die im Koalitionsvertrag zwischen CDU / CSU und SPD vereinbarte Anhebung des Apotheken-Fixums von 8,35 Euro auf 9,50 Euro wird nicht umgesetzt – weder durch das ApoVWG noch durch die begleitende Verordnung.
Die wirtschaftliche Lage der Apotheken 2026: Die Fakten
| Kennzahl | Aktueller Stand | Entwicklung |
| Apotheken-Fixum | 8,35 € | Seit 13 Jahren unverändert |
| Betriebskosten | + 65 % (ABDA) | Seit 2013 massiv gestiegen |
| pDL-Topf | 500+ Mio. € | Ungenutzt, Kassen fordern Rückzahlung |
Die fünf größten Streitpunkte der Apothekenreform 2026
- PTA-Vertretung
Die ABDA lehnt den auch nur zeitweisen Betrieb von Apotheken ohne anwesenden Apotheker kategorisch ab. Begründung: Dies hinterfragt das Fremdbesitzverbot und gefährdet den Patientenschutz. Haftungsfragen ungeklärt!
- Zweigapotheken-Regelung
Die geplante Erlaubnis für bis zu zwei Zweigapotheken sei nicht erforderlich. ABDA fordert strenge Auflagen zum Schutz des Mehrbetriebsverbots.
- Haftung für Preiswächter
Mitglieder der Paritätischen Stelle können persönlich haftbar gemacht werden – schlimmstenfalls existenzvernichtend. ABDA fordert staatliche Haftungsübernahme.
- Rx-Abgabe ohne Rezept als Selbstzahlerleistung
Chroniker sollen verschreibungspflichtige Medikamente ohne Rezept erhalten – aber als Selbstzahlerleistung. ABDA warnt: Dies unterläuft das Sachleistungsprinzip der GKV.
- pDL nur auf Rezept
Internationale Erfahrungen zeigen: Medikationsmanagement wird bei ausschließlich ärztlicher Verordnung kaum in Anspruch genommen.
GKV-Spitzenverband will pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) komplett streichen
Während die Apothekenreform 2026 pharmazeutische Dienstleistungen ausbauen will (Prävention Herz-Kreislauf, Diabetes, Raucherentwöhnung, erweiterte Impfrechte), plant der GKV-Spitzenverband deren komplette Abschaffung!
Die GKV-Forderung im Detail:
- Rückforderung von über 550 Millionen Euro aus dem pDL-Topf
- Jährliche Einsparungen bis zu 170 Millionen Euro
- Streichung der gesetzlichen pDL – stattdessen individuelle Vereinbarungen
Handlungsempfehlungen
Was Apothekeninhaber JETZT tun sollten:
Sofortmaßnahmen (Januar 2026):
- Betriebswirtschaftliche Kennzahlen tracken – Rohertrag pro Packung, Personalkostenquote, Liquidität monatlich überwachen
Tipp: Zeitsparendes Controlling mit ADGCOACH - Retax-Prophylaxe verschärfen – Retax-Risiko auf ein Minimum reduzieren
Tipp: Rabattvertragsmanagement mit ADGCOACH RX-CONTROL - NIS2-Compliance prüfen – Cybersicherheitspflichten seit 6. Dezember 2025 in Kraft
- pDL-Strategie überdenken – Vor- und Nachteile für die eigene Apotheke genau abwägen und Angebot bereitstellen, dass sich rechnet
Tipp: pDL-Checkliste zum Einstieg
Mittelfristig (Q1-Q2 2026):
- Szenarioplanung – Was passiert, wenn Fixum-Erhöhung ganz ausbleibt?
- Preisstrategie entwickeln – Kundensensitive Preise entwickeln, die die Wirtschaftlichkeit Ihrer Apotheke stärken
Tipp: Preisgestaltung in wenigen Minuten mit ADGCOACH PRO-FIT AI - Prozesse hinterfragen und verbessern – Ressourcen sparen und dort einsetzen, wo sie sich am meisten auszahlen.
Tipp: Sprechen Sie Ihren Berater an, um gemeinsam die größten Schwachstellen Ihrer Apotheke ausfindig zu machen und weitere Schritte in die Wege zu leiten. - Kooperationen prüfen – Einkauf, Notdienst-Tausch, Marketing-Netzwerke
Tipp: Prüfen Sie Ihre Vor- und Nachteile durch Lösungen wie etwa ApothekenGemeinschaft, eCouponing oder gesund.de - Retention-Programme – Mitarbeiterbindung wichtiger als Recruiting (Fachkräftemangel!)
FAQ zur Apothekenreform 2026 – Die wichtigsten Fragen beantwortet
Was ist die Apothekenreform 2026 (ApoVWG)?
Das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) wurde am 17. Dezember 2025 vom Bundeskabinett beschlossen. Es soll Apotheken neue Aufgaben geben (pharmazeutische Dienstleistungen, erweiterte Impfrechte, Notfallversorgung) und strukturelle Änderungen ermöglichen (PTA-Vertretung, Zweigapotheken). Die ABDA kritisiert, dass die dringend notwendige wirtschaftliche Stabilisierung ausbleibt.
Das Gesetz ist aber noch nicht endgültig verabschiedet, da das parlamentarische Verfahren noch läuft. Am 30. Januar 2026 soll erstmalig im Bundestag über das ApoVWG beraten werden.
Wird das Apotheken-Fixum 2026 erhöht?
Nein. Trotz Koalitionsvertrag zwischen CDU / CSU und SPD wird die Fixum-Erhöhung nicht umgesetzt – weder durch das ApoVWG noch durch die begleitende Verordnung. Das Fixum bleibt bei 8,35 € (seit 2013 unverändert), während die Betriebskosten um ca. 65 % gestiegen sind (ABDA).
Was sollten Apothekeninhaber 2026 jetzt konkret tun?
Sofortmaßnahmen (Januar 2026):
- Kennzahlen tracken (Rohertrag, Liquidität)
- Retax-Prophylaxe verschärfen
- NIS2-Compliance prüfen
- pDL-Strategie überdenken
Fazit: Apothekenreform 2026 – Handeln statt Warten
Die Apothekenreform 2026 wird die Branche nicht retten – sie verschärft die Krise sogar, wenn die wirtschaftliche Stabilisierung weiter ausbleibt. 2026 wird nicht das Jahr der Rettung, sondern das Jahr der Marktbereinigung.
Der Apothekenreform 2026 standhalten werden:
- Apotheken mit wirtschaftlich gesundem Fundament
- Apotheken mit professionellem Risikomanagement
- Apotheken mit klarer Positionierung
- Apotheken, die externe Expertise nutzen
Noch ist die Reform nicht verabschiedet. Aber: Eine Reform kommt – und nur wer selbst handelt, gestaltet die Zukunft seiner Apotheke. Am besten mit starken Partnern, die einem helfen, die Herausforderungen so zu stemmen, sodass am Ende auch noch genug übrigbleibt.
