Rezeptgültigkeit: Neue Regelung seit 1. Oktober 2017

Seit 1. Oktober gilt das neue Entlassmanagement. Es verkompliziert die ohnehin schon schwer durchschaubare Regelung zur Gültigkeit von Kassenrezepten. Eine grundsätzliche Frage lautet etwa:
Wie lange dauert nun ein Monat?

Noch ein Rezept

Ursprünglich hatten sich die Beteiligten im Gesundheitswesen das fein ausgedacht: Um Patienten wie Leistungserbringern die Unterschiedlichkeit von Rezepten deutlich zu machen, sind diese bekanntlich gekennzeichnet. Doch zu den roten für GK-Versicherte, den blauen Privat-Rezepten, den grünen, nicht erstattungsfähigen und gelben BTM-Rezepten kommt nun noch die Regelung zum Entlassmanagement hinzu.

 

 

Streitpunkt Dauer eines Monats

Grundsätzlich gilt ein Kassenrezept einen Monat, ein Privatrezept drei Monate. Wie lange aber ist ein Monat: 30 Tage, 31 Tage? Was ist mit dem Februar? Beginnt die Frist am Tag der Ausstellung? Und was ist, wenn das Rezept zwar innerhalb der Frist vorgelegt, das Medikament aber erst danach abgegeben wird? Und wie verhält es sich, wenn der Ablauf an einem Feiertag endet?
Die Grundlage liefert der Rahmenvertrag. Die gesetzliche Basis bezüglich der Dauer liefert das Sozialgesetzbuch, das auf das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) verweist. Nach § 187 BGB beginnt die Frist am Tag nach der Ausstellung der Verschreibung und endet am Datum des Ausstellungstages im Folgemonat. Ein GKV-Kassenrezept, das am 17. Februar ausgestellt wurde, ist also nur bis 17. März als Kassenrezept abrechenbar. Danach kann es bis 17. Mai als Privatrezept angenommen werden, muss jedoch privat bezahlt werden. Fällt der Ausstelltag auf das Monatsende, z.B. den 31., und der Folgemonat hat weniger Tage, so endet die Frist am letzten Tag des Folgemonats. Dies gilt genauso für einen „normalen Monat, den Februar und regelt das entsprechend in Schaltjahren. Fällt der eigentliche Ablauftag auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag, so endet die Frist am darauffolgenden Werktag.

 

Keine Regel ohne Ausnahme

Eine Ausnahme bildet hier das BTM oder T-Rezept, das nur sieben bzw. sechs Tage Gültigkeit hat. Aus Gründen der Arzneimittelsicherheit werden hier tatsächliche Tage und keine Werktage angesetzt. Ansonsten könnte sich an Ostern die Frist um bis zu vier Tage verlängern. Richtig kompliziert wird das Ganze durch Sonderreglungen des BfArM: So gibt es etwa eine Sonderregelung für den Wirkstoff Isotretinoin.

 

Rezeptmanagement schafft Klarheit

Und auch juristische Auseinandersetzungen scheinen bereits vorprogrammiert: Wie verhält es sich zum Beispiel mit einem Entlassrezept, das als BTM- oder T-Rezept ausgestellt wird? Das hat bekanntlich sieben Tage (bzw. 6+1 Tage) Gültigkeit?! Anwender aktueller Warenwirtschafts oder Kassensysteme sind davor gefeit. In der Kombination von ADGRAYCE T bzw. ADGRAYCE B und ScanAdhoc wird das jeweilige Rezept automatisch geprüft und fehlerhafte Rezepte zur Überprüfung ausgeworfen. So ist man zumindest vor Retaxationen gefeit.