Was bringt die Digitalisierung?

Man kann sich darauf freuen, sich fürchten, befürworten oder voranschreiten – nur negieren kann man sie nicht. Denn die Digitalisierung kommt mit Macht, darin sind sich alle Befragten einig. Doch auf welche Bereiche wird die Digitalisierung die meisten Auswirkungen haben? Und was genau ist unter teilweise überstrapazierten Begriff „Digitalisierung“ eigentlich zu verstehen? Die breit angelegte „360-Grad-Studie“ der Deutschen Apotheker- und Ärztebank will auf diese Fragen konkrete Antworten geben. Dazu hat sie 500 Heilberufler sowie Vertreter verschiedener Standesorganisationen und Experten befragt.

Schwerpunkt Vernetzung

Über 80 Prozent der Befragten glauben, dass die digitale Vernetzung den größten Einfluss sowohl auf ihren beruflichen Alltag als auch auf die Strukturen der Gesundheitsversorgung als Ganzes haben wird. Auch die Vertreter der Standesorganisationen räumen der digitalen Vernetzung die größte Bedeutung ein. Diese hat freilich bereits begonnen: Am Ende des Projektes der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) steht bekanntlich die digitale Patientenakte, über die alle Gesundheitsdaten eines Patienten einrichtungsübergreifend abrufbar sind. Entsprechend glauben auch über 80 Prozent der Befragten, dass die Umsetzung kurz- bis mittelfristig abgeschlossen sein wird.

 

 

Mehr als die eGK

Digitale Vernetzung geht aber weit über das politische Projekt der eGK hinaus. Jeder, der etwa über seinen ADGCOACH3 zentral an einem Ort in Echtzeit die Kennzahlen all seiner Apotheken überprüft und per Klick die Lagerhaltung optimiert, weiß, was Vernetzung bedeutet: Schnelligkeit, Übersichtlichkeit und reibungslose Abläufe. Das gilt innerhalb eines Unternehmens ebenso wie für die Zusammenarbeit mit externen Partnern wie Abrechnungsstellen, Krankenkassen, Pflegeheimen oder anderen Leistungserbringern. Heilberufler arbeiten bei der Patientenbetreuung schon immer in mehr oder weniger enger Abstimmung mit Kollegen anderer Berufsgruppen zusammen. Die Digitalisierung bietet die Chance, diese Netzwerke auf ein neues Level zu heben.

 

Möglichkeiten richtig nutzen

Die befragten Experten sind sich aber auch einig: Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Am Ende müssen klare Vorteile ersichtlich sein: Für den Patienten, der eine bessere Behandlung erhält, aber auch für die Heilberufler selbst. Sie können nicht nur neue Dienstleistungen (kostenpflichtig) anbieten, sondern auch ihre Prozesse optimieren. So publizierte der Apobank-Experte Hendrik Lofruthe eine Studie, nach der neue Technologien 90 Prozent der Gesundheitsausgaben effizienter nutzbar machen. Allerdings nur, wenn man die Möglichkeiten, die sich bieten, richtig nutzt. Wie kann man im Netzwerk optimal zusammenarbeiten? Welche Chancen bieten Programme, was lässt der Datenschutz zu, wie funktionieren Schnittstellen und wie können die Beteiligten zusammenarbeiten, damit alles reibungslos funktioniert und jeder profitiert? Hier greifen Schulungen und andere Maßnahmen eines professionellen Change Managements. Denn es genügt nicht, nur die Technik zu modernisieren, wenn man die Menschen nicht mitnimmt. Wer mit seinem PC nur Briefe schreibt, baut auch auf die Digitalisierung. In Form einer sehr teuren Schreibmaschine …

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