Vorbereitet auf securPharm?
Anfang 2019 gibt es keine Ausrede mehr

Die EU macht Ernst. Ab dem 9. Februar 2019 ist das Verfahren, das von der namensgebenden Initiative
securPharm entwickelt wurde, verpflichtend einzuführen. Das klingt lange. Angesichts der Komplexität
der Prozesse sollten Apotheken möglichst umgehend mit den Vorbereitungen beginnen.

9.2.2019, das klingt nach nächstem Jahrtausend. Doch was sich die Partner der Initiative securPharm haben einfallen lassen, um die von der EU intendierte Verbesserung der Arzneimittelsicherheit umzusetzen, trägt die Züge deutscher Gründlichkeit und hat viele Dimensionen und Komponenten. Darum beginnt die ABDA bereits jetzt, die Apotheker zu informieren.
Doch der Reihe nach: Spätestens mit Internet und dem Onlineversandhandel stieg die Zahl gefälschter Arzneimittel in ganz Europa drastisch. Im besten Falle haben solche Arzneimittel keine Wirkung, im schlimmsten Falle wirken sie nicht da, wo sie sollen. Oder sie haben gefährliche Nebenwirkungen. Im Jahr 2011 verabschiedete die EU darum eine Richtlinie, 2016 folgte eine EU-Verordnung, die den Mitgliedsstaaten drei Jahre Zeit zur Umsetzung einräumte. In Deutschland wurde daraufhin die Initiative securPharm als eingetragener Verein gegründet. Mitglieder sind die ABDA, bis auf die Generika quasi sämtliche Hersteller, weil die jeweiligen Dachverbände BAH, BPI und vfa Gründungsmitglieder sind, die IFA, der PHAGRO, AVOXA und die Firma ACS PharmaProtect GmbH.

 

 

Zwei-Komponenten-Sicherheitsmerkmal

Zentraler Informationsträger, quasi der Personalausweis im Rahmen des Sicherheitskonzeptes von securPharm, ist ein 2-D-Barcode als Erkennungsmerkmal. In diesem Data Matrix Code werden die Merkmale individuelle Seriennummer, Produktcode, Charge und Verfallsdatum hinterlegt. Ein zweites Sicherheitselement ist ein Erstöffnungsschutz, also eine Vorrichtung, die das Medikament in seiner Verpackung vor Manipulation schützen soll.

 

Den Letzten beißen die Hunde

Anhand des Barcodes als zentrales Informationselement quittiert nun quasi jeder Marktteilnehmer, dass eine bestimmte Arzneimitteleinheit seinen Einwirkungsbereich durchlaufen hat. Die Hersteller dokumentieren die Produktion und das Verlassen des Werkes, der Großhandel das Ein- und Auslagern. Und auch dem Apotheker obliegen umfassende Dokumentationspflichten. Als letztes Glied in der Lieferkette steht dem Apotheker laut Plan noch eine besondere Aufgabe zu: Er muss vor Abgabe des Medikaments an den Patienten nämlich nicht nur das individuelle Erkennungsmerkmal deaktivieren, sondern im komplexen Datenbanksystem ausbuchen. Unterlässt er dies, begeht er nicht nur eine Ordnungswidrigkeit, es kommt einem Totalverlust des Medikaments gleich, der Apotheker hat dann keinen Anspruch auf Bezahlung.

 

Datenschutz macht doppeltes System notwendig

Bei der Konzeption des securPharm-Konzeptes wurde – zumindest der Theorie nach – den Ansprüchen des Datenschutzes Rechnung getragen. Darum besteht das securPharm Datenbanksystem im Grunde aus zwei Systemen – dem der Hersteller und das Apothekensystem. Die Hersteller laden ihre Daten in das Datenbanksystem der Industrie hoch, Großhandel und Apotheken ihre Daten in das Apothekensystem.

 

Wir sind vorbereitet

Als Hardware wird ein Scanner benötigt, der für das technische System ausgelegt ist. Die technischen Prozesse zur Echtheitsprüfung werden über das Warenwirtschaftssystem integriert. Die ADG als Partner für das Warenwirtschaftssystem kümmert sich neben der technischen Anbindung auch um die obligatorische Legitimitätsüberprüfung. Schließlich muss die Apotheke in das von der ABDA-Tochter Netzgesellschaft Deutscher Apotheker (NGDA) eingebunden werden. ADG Kunden können securPharm entspannt entgegensehen, da Ihnen fristgerecht eine optimale Lösung zur Verfügung stehen wird.