Filialapotheken: Immer teurer, immer wertvoller

„Deutsche Apotheker investieren in Expansion“. Das ist ein Resümee, das die apobank anhand der Zahlen des letzten Jahres zieht. Während die absolute Zahl der Apotheken weiter sinkt, sind fast ein Drittel der „Gründungen“ tatsächlich Übernahmen. Phänomen dabei: Für Filialapotheken waren die Investoren bereit, mehr auszugeben als für Haupt- oder Einzelapotheken.

Der Konzentrationsprozess bei den Apotheken setzt sich weiter fort. Fast ein Drittel der 2016 übernommenen Apotheken wird als Filialapotheke weitergeführt. Das sind zehn Prozent mehr als noch 2014. Der Anteil der Apotheken, die als Einzelapotheken weitergeführt werden, stagniert derweil seit Jahren bei knapp über 50 Prozent. Das unterstreicht die wachsende Bedeutung von Filialverbünden: Auch im letzten Jahr ging die Zahl der Hauptapotheken zurück (-361), während die Zahl der Filialen stieg (+135). Von den 20.023 Apotheken in Deutschland waren 2016 7.624 Teil eines Filialverbundes.

 

 

Begehrte Filialen

2015 lag der Übernahmepreis für Filialen im Schnitt bei 321.000 Euro, mit Warenlager und Investitionen kam man am Ende auf 436.000 Euro. 2016 betrug der Kaufpreis allein bereits 432.000 Euro mit einer Gesamtinvestitionssumme von 588.000 Euro. Der Apothekenwert für Haupt- bzw. Einzelapotheken war 2016 nicht nur leicht rückläufig, sondern lag mit 396.000 Euro erheblich unter dem für Filialapotheken. Gründe dafür nennen die Autoren der apobank jedoch nicht. Da sich eine Trendwende weg von Übernahmen von Apotheken in Großstädten hin zu Städten mit 100.000 Einwohnern abzeichnete, war eventuell schlicht die Rentabilität der Grund für die Differenzen in den gezahlten Kaufpreisen. Im Vorjahr war das Verhältnis noch umgekehrt. Das ist Anzeichen für die hohe Bereitschaft, in die Expansion des eigenen Verbundes zu investieren. Zudem wurden 2016 22 Prozent der Apotheken im Paket gekauft – fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

 

Starke Ausreißer

Auch bei den Übernahmepreisen zeigt sich die Spreizung des Apothekenmarktes: So waren Großstadtapotheken im Schnitt 130.000 Euro günstiger als Apotheken in Mittelstädten. Bei den Haupt- und Einzelapotheken lag der Kaufpreis bei 25 Prozent unter 150.000 Euro, bei 22 Prozent jedoch über 600.000 Euro. Allerdings warnt Georg Heßbrügge, einer der Autoren der Studie, vor Fehlschlüssen: „Den Durchschnittspreis“ gäbe es genauso wenig wie „die Durchschnittsapotheke“.

 

Kaufentscheidung gut überdenken

Das alles macht deutlich: Um am Markt zu bestehen, setzen offenbar viele Apotheker auf Expansion und sind bereit, dafür tief in die Taschen zu greifen. Die Höhe der Investition wiederum kann sehr unterschiedlich ausfallen und ist stark abhängig von den konkreten Umständen: Ausstattung, Lage, Umfeld und vielen weiteren Faktoren. Eine Apothekenbewertung, wie ihn die Experten der ppc – Erfolgsberatung für Apotheken anbieten, ist daher angeraten, um den Marktpreis der Apotheke zu bestimmen. Zudem unterstützt ppc Sie in der Vorbereitung zum Verkauf, indem mit zeitlichem Vorlauf Maßnahmen erarbeitet werden, um den Wert Ihrer Apotheke zu erhöhen. Zugleich stellt ein Filialverbund die Apothekenleitung vor völlig neue Herausforderungen insbesondere beim Management. Die viel zitierten Skaleneffekte des Filialverbundes sind kein Selbstläufer, sondern erfordern zusätzliche Skills bei Management und Controlling. Beim Einkauf, Personalplanung oder Angebotsgestaltung und Verkaufsförderung im Verbund, helfen professionelle Tools wie etwa der ADGCOACH3.