Straßenbaukosten –
so kann man diese steuerlich geltend machen

Unsere Straßen sind alt und marode und die Stadtsäckel klamm. Darum beteiligen Städte und Gemeinden Anlieger an den Kosten, wogegen man sich nicht wehren kann. Aber: Man kann dies steuerlich geltend machen.
Darauf muss man achten

Deutschlands Straßen und Innenstädte sind marode, vielerorts hat sich ein gewaltiger Sanierungsstau angesammelt. Oft verlangen die Städte und Gemeinden von den Anliegern, sich anteilig an diesen Kosten zu beteiligen. Schnell stehen da – je nach Grundstück – Summen in bis zu fünfstelliger Höhe auf dem Bescheid. Hat man ein entsprechendes Schreiben erhalten, ist es sicherlich immer angeraten, bei einem entsprechenden Fachanwalt juristische Expertise einzuholen. Auch Ämter und Behörden müssen sich schließlich an Auflagen halten und gar nicht mal so selten sehen Gerichte die Ansprüche der Behörden anders als diese selbst. Grundsätzlich gilt jedoch: sich ganz gegen eine entsprechende Beteiligung zu wehren ist in den seltensten Fällen aussichtsreich.

 

 

Rücklagen bilden – absetzen

Hoch- oder Tiefbauarbeiten sind gerade in Deutschland eine Angelegenheit, die Jahre dauern kann. Erlangen Sie also die Kenntnis, dass in unmittelbarer Nähe zu Ihrem Grundstück Sanierungsarbeiten geplant sind, die vermutlich zu Kosten bei Ihnen führen können, dann können Sie für den Zeitraum Rückstellungen bilden, in dem die Belastung vermutlich eintritt. Steuerlich betrachtet werden durch eine Rückstellung Aufwände vorverlagert. Insbesondere bei Kosten in substanzieller Höhe sind Rückstellungen also ein vom Gesetzgeber gewünschtes Instrument, das dem Steuerpflichtigen die wirtschaftliche Leistung sicherstellen helfen soll.

 

Rechenbeispiel

Wird Ihnen – zum Beispiel durch einen Ankündigungsbescheid – bekannt, dass in absehbarer Zeit Straßenbaukosten drohen, dann können Sie für diese Kosten bereits in 2018 Rückstellungen bilden. Diese fließen Ihnen somit im Jahr 2018 als Steuererstattungen für das Jahr 2018 zu. Diese stehen Ihnen dann zur Verfügung, wenn entsprechende Beiträge gezahlt werden müssen. Werden diese nicht erhoben, dann müssen die Rückstellungen üblicherweise aufgelöst werden.

 

Sind Straßenbaukosten Handwerkerkosten?

Über eine weitere „Absetzbarkeit“ von Straßenbaukosten durch Haus- oder Grundstückseigentümer gibt es aktuell eine Reihe von gerichtlichen Auseinandersetzungen. Während der Staat – in diesem Falle das Bundesfinanzministerium – der Ansicht ist, dass Straßenbaukosten keine absetzbaren Handwerkerkosten sind, sehen das einige erstinstanzliche Gerichte und Eigentümer-Vereinigungen anders. Sie halten die Arbeitskosten für Handwerkerleistungen und verlangen, dass diese Kosten entsprechend steuerlich geltend gemacht werden können. So rät die Lohnsteuerhilfe e.V. Gladbeck, die reinen Arbeitskosten in die Steuererklärung einzusetzen. Sind diese nicht bekannt, sollen diese auf bis zu 50 Prozent geschätzt werden. Der Fiskus erkennt Arbeits- und Fahrtkostenrechnungen bis zu einer Höhe von 6.000 Euro als haushaltsnahe Handwerkerleistungen an. 20 Prozent dieser Kosten wirken sich steuermindernd aus. Allerdings können sich Handwerkerkosten maximal bis zu 1.200 Euro steuermindernd auswirken.
Erfahrungsgemäß wird das Finanzamt diese Kosten ablehnen. Der Lohnsteuerhilfeverein rät, Einspruch einzulegen und auf ein anhängiges Musterverfahren des Bundes deutscher Steuerzahler zu verweisen. Dieser führt nämlich gerade mehrere Musterprozesse, deren Entscheidung noch anhängig sind.